Aktuelles

Wenn es einem die Sprache verschlägt

Vom Schreiben über Musik

Musikjournalisten schreiben über Musik. Nicht ohne sich irgendwann zu fragen: wie geht das überhaupt? Wie passen Sprache und Musik eigentlich zusammen? Und welche Sprache ist für welche Art von Musik richtig und angemessen?
Beide sind eng miteinander verwandt: Irgendwo an der Stelle, wo die menschliche Kultur beginnt, sollen sie zusammen in der Wiege gelegen haben. Und sie haben immer noch viele Berührungspunkte: Klang, Rhythmus, Wiederholung, die Ausarbeitung von Motiven…

Wenn Schriftsteller sich Musik zum Gegenstand nehmen, nutzen sie diese Verwandtschaft für ihre Beschreibung aus und geben so eine jeweils eigene Antwort darauf, wie das gehen kann, das Schreiben über Musik – auch wenn sie einem manchmal die Sprache verschlägt.

Mit Simone Buchholz, Christopher Kloeble, Michael Rebhahn und Albrecht Selge.

Deutschlandfunk Kultur, Musikfeuilleton, 25.September 2026 um 22:30.

Musik und Machtgefälle

Vom Kampf gegen Missbrauch in der Musik

Unsere Gesellschaft ist durchzogen von Machtverhältnissen. Da, wo sich große Unterschiede in der Machtkonzentration ergeben, öffnet sich ein Raum für Missbrauch. Und das ist auch im Musikbetrieb der Fall: in Unterrichtssituationen an den Hochschulen, bei Vorspielen, in Proberäumen, beim Casting, im Backstage oder in der Kneipe nach dem Konzert.

Diejenigen, die Lob, Jobs, Chancen, Kontakte und Geld zu vergeben haben, können ihre Position nur allzu leicht ausnutzen. Begünstigt wird das durch das Netz aus Mitwissenden, Profiteuren, Medien und Fans, die oft den Mächtigen mehr Gehör schenken und die Betroffenen nicht unterstützen, sondern mit ihren oft traumatisierenden Erfahrungen allein lassen.

Doch es gibt immer mehr Menschen, die daran etwas ändern wollen.

Mit Josephine Pritz, Elisabeth Treydte, Prof. Lydia Grün und Alina Gause.

Deutschlandfunk Kultur, Musikfeuilleton, 21. August, 22:30

Zeitlupe: in solitary moments

Die Hannoversche Gesellschaft für Neue Musik widmet der Begegnung mit der zeitgenössischen Musik eine besondere Veranstaltungsreihe: die Zeitlupe. Ein Stück wird gespielt, danach steht ein Gespräch mit der Komponist*in, danach wird das Stück noch einmal wiederholt und kann so anders und neu rezipiert werden.

Am 17. Mai 2026 stand das Stück „Coo-Cooooo-Coo? Where, where?“ von Carola Bauckholt im Zentrum. Die Interpretinnen Juliet Fraser (Stimme) und Hannah Weirich (Violine) spielten außerdem „Shapeshifters“ von Kristine Tjøgersen.

Friederike Kenneweg sprach vor der Wiederholung des Stückes mit Carola Bauckholt darüber, was sie zu „Coo-Cooooo-Coo? Where, where?“angeregt hat, über Ameisen und Tauben, über die besonderen Geräuschwelten in ihrem Werk und darüber, was der steigende Meeresspiegel heute und schon vor langer Zeit damit zu tun hat.