
Musik und Machtgefälle
Vom Kampf gegen Missbrauch in der Musik

Unsere Gesellschaft ist durchzogen von Machtverhältnissen. Da, wo sich große Unterschiede in der Machtkonzentration ergeben, öffnet sich ein Raum für Missbrauch. Und das ist auch im Musikbetrieb der Fall: in Unterrichtssituationen an den Hochschulen, bei Vorspielen, in Proberäumen, beim Casting, im Backstage oder in der Kneipe nach dem Konzert.
Diejenigen, die Lob, Jobs, Chancen, Kontakte und Geld zu vergeben haben, können ihre Position nur allzu leicht ausnutzen. Begünstigt wird das durch das Netz aus Mitwissenden, Profiteuren, Medien und Fans, die oft den Mächtigen mehr Gehör schenken und die Betroffenen nicht unterstützen, sondern mit ihren oft traumatisierenden Erfahrungen allein lassen.
Doch es gibt immer mehr Menschen, die daran etwas ändern wollen.
Mit Josephine Pritz, Elisabeth Treydte, Prof. Lydia Grün und Alina Gause.
Deutschlandfunk Kultur, Musikfeuilleton, 21. August, 22:30

Zeitlupe: in solitary moments
Die Hannoversche Gesellschaft für Neue Musik widmet der Begegnung mit der zeitgenössischen Musik eine besondere Veranstaltungsreihe: die Zeitlupe. Ein Stück wird gespielt, danach steht ein Gespräch mit der Komponist*in, danach wird das Stück noch einmal wiederholt und kann so anders und neu rezipiert werden.
Am 17. Mai 2026 stand das Stück „Coo-Cooooo-Coo? Where, where?“ von Carola Bauckholt im Zentrum. Die Interpretinnen Juliet Fraser (Stimme) und Hannah Weirich (Violine) spielten außerdem „Shapeshifters“ von Kristine Tjøgersen.
Friederike Kenneweg sprach vor der Wiederholung des Stückes mit Carola Bauckholt darüber, was sie zu „Coo-Cooooo-Coo? Where, where?“angeregt hat, über Ameisen und Tauben, über die besonderen Geräuschwelten in ihrem Werk und darüber, was der steigende Meeresspiegel heute und schon vor langer Zeit damit zu tun hat.


