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Das Ohr an der Großen Allee

Kurzprosa-Sammlung

„Hast du noch einen Kaffee für mich, Marion?“ ruft eine Marktverkäuferin am Samstag über den Kirchplatz. Der Verkäufer im Strandbadcafé am Twistesee seufzt über die ewige Sonne. Und im Barockschloss gleiten die Besucher in Filzpantoffeln über das Waldeckparkett.

 

Die Autorin und Klangkünstlerin Friederike Kenneweg aus Berlin hat während ihres zweimonatigen Stipendienaufenthalts in Bad Arolsen die Ohren gespitzt und die vorgefundenen Situationen, Begegnungen und Klanglandschaften in Kurztexten festgehalten.

 

Ein Konzert in Gedanken. Ein Geräuschmosaik. Ein klingender Spaziergang durch die Barockstadt Bad Arolsen – das ist „Das Ohr an der Großen Allee“.

 

An der Großen Allee

 

Die Große Allee schafft die Ordnung.

 

Hier die Fußgänger, da die Radfahrer, die Bäume am Rand, nur Autos, Busse und Lastwagen, lärmend und stinkig, halten sich nicht ganz an die zugeteilte Spur. 
Und im Herbst, da werfen auch die Bäume auf alle Spuren ihre Eicheln hinab, die knackend unter Füßen und Rädern und Reifen zerplatzen.

 

Die Große Allee schafft die Ordnung, schon seit Jahrhunderten. Schon zur Revolution standen hier einige Bäume, in den napoleonischen Kriegen und bei der Erfindung der Dampfmaschine.

Foto: F. Kenneweg

 

 

 

 

 

 

An ihnen zogen der Kaiser und die Weimarer Republik vorbei, der erste und der zweite Weltkrieg, SA und SS, Amerikaner und Belgier, es kamen Adenauer und Kohl und schließlich die Wende. 

 

So manch ein Baum starb in den 90er Jahren wegen der Bruchgefahr von dem alten Holz durch die Motorsäge.

 

Adieu, alte Eiche, noch steht hier dein Stumpf und erzählt dem, der es versteht, mit den hölzernen Ringen von Jahren und Jahren, von Stürmen und Dürren, von Ordnung und Chaos und Ordnung.

August/ September 2018

Bad Arolsen

Sammlung von Kurzprosa-Texten


frintze

Seit Januar 2012 schreibt Friederike Kenneweg unter frintze.de einen Blog.

 

Dort gibt es Alltagsbetrachtungen, die "Sounds der Woche", philosophische Wetterberichte, Nachrichten vom Schreibtisch und Buchrezensionen zu entdecken.

Seit Januar 2012


TOLLWUT. 

Bilder. Texte.

2012 


Eine Woche lang haben sich Friederike Kenneweg und Christian Wöllecke im ONE-SHOT-Experimentallabor der Impulsmalerei gewidmet, an groß - und kleinformatigen Bildern gearbeitet, nach den richtigen Gewichtungen gesucht. Entscheidend war ihnen dabei das Moment der Gemeinsamkeit, die Auflösung der individuellen künstlerischen Intention hin zu einem Gemisch, zu einem Mischmasch.

Die entstandenen Bilder dienten zur Inspiration beim Verfassen von Texten.

 

Unter der Bildergalerie gibt es eine Making-Of-Dokumentation mit unseren Texten zum Download.

 

 

Texte und Bilder von Friederike Kenneweg und Christian Wöllecke

18. Dezember 2012

in der Blücherstr. 32

im One-Shot-Atelier

des Instituts für mikrokosmische Raumforschung


Mehrfachbelichtung - Rumänische Erkundungen 

Anthologie über Rumänien

2011

Im September 2011 erschien "Mehrfachbelichtung", eine Anthologie über Rumänien mit so unterschiedlichen Formen wie Gedichten, Kurzprosa, Betrachtungen und Märchen.

Ergänzt werden die Texte durch die Fotografien von Andreas Berner, die im Rahmen der gemeinsamen Rumänienreisen 2009 und 2010 entstanden sind.

 

"Wir fahren mit unserem VW-Bus durch das Dorf, als zwei Jungs die Straße entlangkommen, sechs Jahre alt vielleicht, mit schmutzigen Gesichtern. Sie tragen zwei kleine Eimer - vielleicht haben sie geangelt oder nur so zum Spaß ein paar Frösche gefangen. Unter Auto ist ein Fremdkörper in diesem Dorf, ein Forschungs-U-Boot auf dem Meeresgrund. Darin ein vielarmiges Wesen: wir. Mit unseren Kameratentakeln, die Hände aus dem Fenster gestreckt, machen wir Fotos. Wir steigen nicht aus, wir strecken den beiden Kindern durch das Fenster Kaugummis zu und ein bisschen Kleingeld. Und diese beiden Kinder sehen auf lausbubenhafte Weise glücklich aus, der heutige Tag, der am Fluss schon gut angefangen hat, ist ihr Glückstag, kaugummirosa gefärbt."

 

aus Zigeuner von Friederike Kenneweg

Mit Beiträgen von Grit Bärenwald, Andreas Berner, Daniela Boltres, Daniela Danz, Nancy Hünger, Friederike Kenneweg, Marius Koity, Hansi von Märchenborn, Helge Pfannenschmidt, Werner Söllner, Martin Straub.

 

 

Nähere Informationen beim Lesezeichen e.V.

Presse


Geschichten aus der Winterhand

Stadtschreiberveröffentlichung

2008

 

Frieda Kattenstraat tritt ihre Stadtschreiberstelle in der kleinen Stadt Ranis an. Doch bald schon begegnet sie einer merkwürdigen Frau Moxa, stößt sich in der Ilsenhöhle den Kopf, macht sich auf die Suche nach ihrer Vorgängerin Anette Knürfelhoff und muss sich auf allerhand Überraschungen gefasst machen.

 

„Sie hatte gerade wieder kurz stehen bleiben müssen, um sich etwas zu sammeln, als sie durch den Nebel hindurch einen gelblichen Lichtschein bemerkte. Dazu vernahm sie eine leise Musik, die aus einem der Häuser zu kommen schien. Als sie sich näherte, sah sie, dass das Licht aus dem leerstehenden Haus kam, auf dessen eingestaubten Fenstern wie aus besseren Zeiten noch der Name „Las Vegas“ geschrieben stand. Neugierig öffnete sie die quietschende Tür und trat ein.“

 

Umschlaggestaltung: Andreas Berner

Erhältlich für 8,50 € zuzüglich Versandkosten unter mail@friederike-kenneweg.de


Schubladengeschichten

Berliner Anthologie mit Illustrationen von Katharina Stangler

2010

Die von Katharina Stangler herausgegebenen “Schubladengeschichten aus Berlin” sind gesammelte Texte von den unterschiedlichsten Berlinern - per Anzeige, Flyer, Internetaufruf … gesucht und gefunden.

Menschen, die sich in besonderen Momenten etwas von der Seele geschrieben haben - mit viel Gefühl und Authentizität. Ihre Geschichten wurden illustriert - in Form digital colorierter Kupferdrucke von Katharina Stangler.

Umschlaggestaltung: Katharina Stangler

Mit Texten von Marie R., Markus Steidl, Jasmin Winter, Peter Paul Grauther, Constantin Hartenstein, Friederike Kenneweg, Anne Stangler, Gregor Hinz, Marie Godeau